BioFach Nürnberg: Was Thekenkräfte über Milchqualität, Innovation und neue Käsekonzepte lernen können

 

Die BioFach in Nürnberg ist mehr als nur eine Messe für Bio-Produkte. Sie ist ein Treffpunkt für Landwirte, Käser, Händler und Fachleute aus der ganzen Welt. Hier entstehen Ideen, werden neue Produkte vorgestellt und wichtige Themen rund um nachhaltige Lebensmittel diskutiert.

Für uns bei CheeseCommerce Verkaufsstrategien für Thekenprofis ist diese Messe jedes Jahr eine wertvolle Gelegenheit, hinter die Kulissen zu schauen. Petra und André haben vor Ort mit Produzenten, Vermarktern und Branchenexperten gesprochen und spannende Einblicke gesammelt.

Die Gespräche zeigen vor allem eines:

Der Geschmack eines Käses beginnt nicht in der Käserei – sondern bei der Milch.

 

Neue Impulse für die Käsetheke: Der „Wilde Österreicher“ in Bioqualität

Am Stand der Kärntnermilch stellte Andreas Smole ein neues Produkt vor: den „Wilden Österreicher“ jetzt auch in Bioqualität.

Der Schnittkäse reift etwa zwei bis drei Monate und wird während der Reifung mit Rotkultur gepflegt. Neu ist vor allem die Form: Statt der bisherigen Blockform kommt der Käse künftig als Laib auf den Markt.

Diese Veränderung ist kein Zufall. Käse aus dem Laib wirkt für viele Verbraucher handwerklicher und hochwertiger. Gerade im Pre-Pack-Bereich oder an der Käsetheke kann die Präsentation eines runden Laibes den Unterschied machen.

Für Thekenkräfte ist das eine wichtige Erkenntnis:

Die Wahrnehmung eines Produktes beginnt oft schon bei seiner Form.

 

Heumilch: Der Schlüssel für lang gereifte Käse

Ein weiteres wichtiges Gespräch führte Petra mit Christiane Mösel von der ARGE Heumilch.

Heumilch ist für viele traditionelle Käseklassiker die Grundlage. Kühe werden dabei ausschließlich mit Gras und Heu gefüttert. Auf Silage wird bewusst verzichtet.

Warum ist das wichtig?

Silage kann Gärsporen enthalten, die bei der Käseherstellung zu Problemen führen können. Gerade bei lang gereiften Käsen ist eine besonders reine Milch entscheidend. Heumilch bietet genau diese Voraussetzung.

Viele bekannte Käseklassiker entstehen traditionell aus Heumilch, darunter:

  • Bergkäse

  • Gruyère

  • Comté

Für Thekenkräfte bedeutet das:

Wenn Kunden nach der Besonderheit eines lang gereiften Käses fragen, liegt die Antwort oft schon im Rohstoff.

 

Innovation an der Käsetheke: Neue Ideen aus den Niederlanden

Am Stand des niederländischen Herstellers sprach Petra mit Nils Oskamp über die Bedeutung von Innovationen im Käsebereich.

Die Niederländer sind bekannt für ihren Gouda, doch viele Hersteller entwickeln inzwischen bewusst neue Konzepte, um Abwechslung in die Käsetheke zu bringen. Gewürzkäse, besondere Reifungen oder neue Geschmacksprofile sorgen dafür, dass Kunden neugierig bleiben.

Für Käsefachverkäufer ist das eine wichtige Erkenntnis:

Neben Klassikern brauchen Käsetheken immer wieder auch neue Produkte, die Aufmerksamkeit erzeugen.

Neuheiten laden Kunden zum Probieren ein – und genau daraus entstehen oft zusätzliche Verkäufe.

 

Milch ist nicht immer gleich: Das Konzept der Jahreszeitenmilch

Ein besonders spannender Ansatz kommt von den Hans Möller.

Ihr Konzept der „Jahreszeitenmilch“ macht deutlich, wie stark sich Milch im Laufe des Jahres verändern kann.

Der Grund dafür liegt im Futter der Kühe.

Im Frühjahr fressen Kühe frisches Gras. Die Milch ist dann besonders leicht, frisch und hat oft einen leicht gelblichen Farbton durch das enthaltene Karotin.

Im Sommer verändert sich das Gras, es enthält mehr Struktur. Die Milch wird kräftiger.

Im Winter erhalten die Tiere Heu und konserviertes Futter aus der Sommerernte. Dadurch wird die Milch besonders aromatisch und hat einen höheren Fettgehalt.

Diese Unterschiede zeigen:

Milch ist ein lebendiger Rohstoff.

Für handwerkliche Käseproduktion ist genau das ein entscheidender Faktor für den Geschmack.

 

Was Thekenkräfte aus der BioFach mitnehmen können

 

Die Gespräche auf der BioFach haben erneut gezeigt, wie wichtig Hintergrundwissen für den Verkauf an der Käsetheke ist.

Einige zentrale Erkenntnisse:

 

  • Die Qualität eines Käses beginnt beim Rohstoff Milch

  • Heumilch ist eine wichtige Grundlage für viele lang gereifte Käse

  • Innovationen sorgen für Abwechslung und Aufmerksamkeit an der Theke

  • Die Fütterung der Tiere beeinflusst Geschmack und Inhaltsstoffe der Milch

  • Geschichten über Herkunft und Herstellung helfen beim Verkauf

 

Thekenkräfte sind heute mehr denn je Vermittler zwischen Produzenten und Konsumenten. Wer diese Hintergründe kennt und erklären kann, schafft Vertrauen und steigert den Wert eines Produktes.

Oder anders gesagt:

Wer die Milch versteht, versteht auch den Käse.

 

🎧 Die komplette Folge mit allen Interviews findet ihr im Podcast

CheeseCommerce – Verkaufsstrategien für Thekenprofis.

Viel Freude beim Hören – und viel Erfolg beim Umsetzen an der Käsetheke. 🧀